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Glossar

Antragsverfahren

Am Anfang eines Ratsbeschlusses steht immer ein Antrag.
So kann eine Stadtratsfraktion - etwa die CDU-Ratsfraktion, in der alle CDU-Mitglieder des Rates zusammengeschlossen sind - einen Antrag stellen. CDA'ler innerhalb der Fraktion, der CDA-Stadtverband oder CDA-Kreisverband, können die Fraktion dazu auffordern, einen Antrag zu stellen.

Bildung

77 Millionen Kinder weltweit haben keine Chance, zur Schule zu gehen. Ohne Bildung haben Kinder keine Chance der Armutsfalle zu entkommen. Sie haben keine Chance auf normale Arbeit: Kinderarbeit wird zum Generationsproblem.
Quelle: Kindernothilfe

CSR - Was ist das?

Bei Corporate Social Responsibility (CSR) geht es um Unternehmen und andere Institutionen, die freiwillig und damit über ihre rechtlichen Pflichten hinaus gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

Mit Hilfe von Sach- und Geldspenden unterstützen die Unternehmen aus einer moralischen Verpflichtung gegenüber ihren Mitarbeitern, Kunden und Zulieferern Projekte in den Bereichen Bildung, Soziales, Sport, Kultur und Ökologie, wovon Kindergärten, Schulen oder auch Krankenhäuser profitieren. Oder sie verpflichten sich zur Einhaltung von zusätzlichen ökologischen, arbeits- und menschenrechtlichen Standards.

Die EU definiert CSR auch als System, „das den Unternehmen als Grundlage dient, auf rein freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltfragen in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Anspruchsberechtigten zu integrieren.“ Damit geht CSR über die Gesetzeskonformität hinaus, die der Staat in Vertretung seiner Bürgerinnen und Bürger einfordert. Die Berücksichtigung ethischer Standards in der täglichen Unternehmenspraxis muss als Ausdruck einer gewandelten gesellschaftlichen Realität betrachtet werden, in der soziale Akteure insgesamt größeren Wert auf umweltverträgliche Produkte, humane Arbeitswelten und faire Gewinnverteilungen legen.

Als maßgeblich gilt dabei die Informiertheit des Konsumenten, der sein Anspruchsniveau auf die Unternehmenswelt überträgt. Dieses zwingt die Unternehmen zu einem Balanceakt, bei dem sie die betriebswirtschaftlichen Renditen gegen den authentischen Auftritt auf dem Markt abwägen müssen. Im Gegenzug profitieren sie aber auch von dem zusätzlichen Engagement. Sie sind weniger anfällig für Korruption und ökonomisch leistungsfähiger, da sie ein höheres Ansehen bei den Mitarbeitern, Arbeitnehmern und Kunden haben.

Deutscher Granit

In Deutschland gewonnener Granitstein ist schlicht und nicht so farbenfroh wie der indische. Typisch indische Farben sind Kerala Green (Grüntöne), Ruby Red (Rottöne) oder Paradiso (Naturtöne mit rötlichen, bläulichen oder gar lila Maserungen).
Quelle: XertifiX

Fairer Handel bedeutet konkret:

  • die Zahlung fairer Preise – sie sollen eine nachhaltige Produktion sowie die Lebenshal­tungskosten decken;
  • Stärkung der Produzenten und ihrer Organisati­onen – auch bei der Frage des Marktzugangs;
  • Vorfinanzierung der Ernten auf Wunsch der Produzenten;
  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Liefer­kette;
  • langfristige, stabile Handelsbeziehungen mit den Produzenten;
  • Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Interna­tionalen Arbeitsorganisation (ILO);
  • Überprüfung der Einhaltung der Kriterien des Fairen Handels (s. Seite 26);
  • umweltverträgliche Produktion und Respekt vor traditionellen Produktionsmethoden;
  • Wahrung der Menschenrechte, besonderer Schutz für Frauen und Kinder;
  • Aufklärungsarbeit über die Ziele des Fairen Handels.

Fair Trade Advocacy Office (2006): Handeln – andersalsandere. Erfolge und Herausforderungen für den Fairen Handel

Grabsteine / Natursteine

Zwei Drittel aller Grabsteine in Deutschland kommen aus Indien. Außerdem bezieht Deutschland pro Jahr knapp 50.000 Tonnen Naturstein aus Indien. Mehr als 150.000 Kinder arbeiten dafür in Steinbrüchen.
Bereits 63 deutsche Städte änderten ihre Vergabeordnung und schließen zukünftig Aufträge aus, wenn die Produkte durch ausbeuterische Kinderarbeit entstanden sind. 
Quelle: Earthlink, XertifiX

Hunger

Weltweit hungern rund 862 Millionen Menschen. Das ist etwa jeder siebte Mensch auf der Erde. Jedes Jahr sterben etwa 8,8 Millionen Menschen an Hunger, über 24.000 am Tag, etwa 17 Menschen pro Minute oder alle 3 Sekunden einer. Betroffen sind hauptsächlich Kinder. Durch die weltweit steigenden Lebensmittelpreise werden es ständig mehr. Aktuell sprechen Experten sogar vom „neuen Gesicht des Hungers".
Quelle: Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (Stand 2007).

Internationale Arbeitsorganisation (ILO)

Die ILO bemüht sich um eine sinnvolle Regulierung der Globalisierung. Sie arbeitet an rechtsverbindlichen Konventionen und unverbindlichen Empfehlungen für derzeit 181 Mitgliedsstaaten. Mittlerweile haben über 120 Mitgliedsstaaten (darunter auch Deutschland) alle auf den Kernarbeitsnormen basierenden Konventionen ratifiziert. 

Kernarbeitsnormen der ILO

Übereinkommen 87 - Vereinigungsfreiheit und Schutz des Vereinigungsrechtes, 1948
Übereinkommen 98 - Vereinigungsrecht und Recht zu Kollektivverhandlungen, 1949
Übereinkommen 29 - Zwangsarbeit, 1930
Übereinkommen 105 - Abschaffung der Zwangsarbeit, 1957
Übereinkommen 100 - Gleichheit des Entgelts, 1951
Übereinkommen 111 -Diskriminierung (Beschäftigung und Beruf), 1958
Übereinkommen 138 - Mindestalter, 1973
Übereinkommen 182 - Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit, 1999
Bislang haben über 120 ILO-Mitgliedsstaaten alle Kern- oder Menschenrechtsübereinkommen ratifiziert.
Quelle: http://www.ilo.org/public/german/region/eurpro/bonn/ilo_kernarbeitsnormen.htm

Kinderarbeit

327 Millionen Kinder weltweit sind erwerbstätig.
Mehr als 210 Millionen Kinder arbeiten regelmäßig mehrere Stunden.
Etwa 126 Millionen Kinder arbeiten unter ausbeuterischen Bedingungen. Viele von ihnen schuften wie Sklaven und werden wie eine Ware gehandelt.
Ausbeuterische Kinderarbeit ist laut ILO-Konvention 182

  1. Sklaverei und Schuldknechtschaft und alle Formen der Zwangsarbeit
  2. Arbeit von Kindern unter 13 Jahren
  3. Kinderprostitution und -pornographie
  4. der Einsatz von Kindern als Soldaten
  5. illegale Tätigkeiten, wie z. B. Drogenschmuggel
  6. Arbeit, die die Gesundheit, die Sicherheit oder die Sittlichkeit gefährdet, also z. B. Arbeit in Steinbrüchen, das Tragen schwerer Lasten, sehr lange Arbeitszeiten und Nachtarbeit.

Geschätztes Vorkommen von arbeitenden Kindern:

  1. Asien und die Pazifikregion: 127,3 Millionen unter 14 Jahren
    (19 Prozent der Kinder in der Region)
  2. Subsahara-Afrika: 48 Millionen Kinder unter 15 Jahren
    (30 Prozent der Kinder in der Region)
  3. Lateinamerika und Karibik: 17,4 Millionen Kinder
    (16 Prozent der Kinder in der Region)
  4. Mittlerer Osten und Nordafrika: 2,5 Millionen
    (15 Prozent der Kinder in der Region)
  5. Entwickelte und Transitionsländer: 2,4 Millionen Kinder

Quelle: Internationale Arbeitsorganisation (ILO)

Kindersoldaten

Die Zahl der Kinder, die weltweit als Soldaten missbraucht werden, liegt etwa bei 250.000. Die exakte Zahl weiß niemand genau. Sicher ist, dass allein in Afrika mehr als 100.000 Kinder unter Waffen stehen. Diese Mädchen und Jungen erleben Schreckliches, sie sind Opfer und Täter zugleich. Körperliche und seelische Schäden begleiten sie ihr Leben lang.
Quelle: Kindernothilfe

Lebensgefahr

Fast 70 Prozent der Kinder arbeiten unter gefährlichen Bedingungen, d.h. in Steinbrüchen, Minen, mit Chemikalien und Pestiziden in der Landwirtschaft oder in Fabriken an gefährlichen Maschinen.
22.000 Kinder sterben jährlich durch Arbeitsunfälle.
Quelle: ILO, unicef

Millenniums-Entwicklungsziele

In der Millenniums-Erklärung verabschiedeten 189 Staaten überprüfbare Entwicklungsziele. Bis zum Jahr 2015 soll der Anteil der Hungernden und extreme Armut halbiert werden.

Ziel 1: Extreme Armut und Hunger beseitigen
Zwischen 1990 und 2015 die Zahl der Menschen halbieren, die weniger als einen US-Dollar täglich zur Verfügung haben. Zwischen 1990 und 2015 den Anteil Menschen, die Hunger leiden, halbieren.

Ziel 2: Grundbildung für alle Mädchen und Jungen gewährleisten
Bis zum Jahr 2015 sicherstellen, dass Kinder auf der ganzen Welt, Jungen wie Mädchen, eine Grundschulbildung abschließen können.

Ziel 3: Förderung der Geschlechtergerechtigkeit
Die Geschlechterungleichheit in der Primär- und Sekundarschulbildung bis 2005 beseitigen, auf allen Bildungsebenen bis zum Jahr 2015.

Ziel 4: Kindersterblichkeit um zwei Drittel senken
Zwischen 1990 und 2015 die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren bis 2015 um zwei Drittel verringern.

Ziel 5: Müttersterblichkeit um drei Viertel senken
Zwischen 1990 und 2015 die Müttersterblichkeitsrate um drei Viertel senken.

Ziel 6: HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen
Bis 2015 die Ausbreitung von HIV/Aids zum Stillstand bringen und allmählich umkehren. Bis 2015 die Ausbreitung von Malaria und anderen schweren Krankheiten zum Stillstand bringen und allmählich umkehren.

Ziel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit
Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung in einzelstaatliche Politiken und Programme einbauen und den Verlust von Umweltressourcen umkehren.
Bis 2015 den Anteil der Menschen um die Hälfte senken, die keinen nachhaltigen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser und zu grundlegenden sanitären Einrichtungen haben. Bis 2020 eine erhebliche Verbesserung der Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnern erreichen.

Ziel 8: Aufbau einer globalen Entwicklungspartnerschaft, welche die Diskriminierung
in Handels- und Finanzsystemen überwindet und die Entschuldungsinitiative fördert Ein offenes, regelgestütztes und nichtdiskriminierendes Handels- und Finanzsystem weiterentwickeln, sowie sechs weitere Zielvorgaben.

Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Prostitution

Das Land mit dem größten Anteil an Kinderprostitution ist Thailand mit 33 Prozent.
Die Zahl der minderjährigen Kinder im Sexhandel wird dort auf 250.000 bis 800.000 geschätzt. Es folgen Brasilien mit 21 Prozent und Indien mit 17 Prozent. Deutschland hat einen Anteil von 2 Prozent.
Quelle: Earthlink

Schuldknechtschaft

5,7 Millionen Kinder arbeiten in Schuldknechtschaft, einer wirtschaftlichen Ausbeutung in Form sklavenähnlicher Abhängigkeit. Das Abhängigkeitsverhältnis entsteht dadurch, dass ein Schuldner - als Sicherheit für einen Kredit - seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen muss. Der Gläubiger kann dabei willkürlich über die Art und die Dauer der Abhängigkeit entscheiden. Schuldknechtschaft bleibt nicht selten über Generationen bestehen.
Quelle: terre des hommes

Vergaberecht

(auch Auftrags-, Beschaffungs-, Verdingungswesen) beinhaltet Regeln und Vorschriften über die Vergabe von öffentlichen Aufträgen, zum Erwerb von sachlichen Mitteln und Leistungen.