Im SO!-Blog: Aktuelle Nachrichten und Notizen, Standpunkte und Streitbares zum Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit - mit der Möglichkeit zum Mitdiskutieren. Zum Blog.
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Die Erkenntnisse seiner Indienreise Anfang letzten Jahres hat der CDQA-Bundesvorsitzende noch zu seiner Zeit als Landesarbeitsminister in Nordrhein-Westfalen konkret umgesetzt. „Die Landesregierung setzt alles daran, dass öffentliche Auftraggeber keine Produkte beschaffen dürfen, die nachweislich durch die schlimmsten Formen von Kinderarbeit hergestellt wurden. Die öffentliche Hand geht mit gutem Beispiel voran“, erklärte Laumann. Einen entsprechenden Erlass des Wirtschaftsministeriums hatte das nordrhein-westfälische Landeskabinett zuvor verabschiedet.
Laumanns Bericht über seine Eindrücke und Gespräche in Indien war für das Kabinett Anlass, verschiedene Schritte zu beschließen, um die Lieferung von Produkten, die mit Kinderarbeit hergestellt wurden, zu erschweren oder möglichst zu unterbinden. Eine der Maßnahmen dazu ist die Selbstbindung der Landesregierung bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen. „Ich hoffe, dass sich auch die Kommunen und Kommunalverbände bei unserem Vorgehen gegen Kinderarbeit anschließen und den Erlass ebenfalls anwenden“, sagte Laumann.
Der Runderlass setzt darauf, dass ein Bieter bereits bei der Eignungsprüfung zu belegen hat, dass er wissentlich keine Produkte, die mit Kinderarbeit hergestellt wurden, im Rahmen eines Vergabe-Verfahrens anbietet. Hierbei wird unter anderem auf die Zertifizierung von Natursteinen gesetzt. „Wir machen uns dafür stark, dass auf unseren Friedhöfen keine Steine aufgestellt werden, die beispielsweise in Indien von Kinderhänden hergestellt wurden“, sagte Laumann. „Ich habe dort die Steinbrüche gesehen, in denen die Kinder unter erbarmungswürdigen Umständen mit primitiven Werkzeugen die Steine bearbeiten müssen.“

Der CDA-Bundesvorsitzende Karl-Josef Laumann reist Anfang Januar 2010 in seiner Eigenschaft als nordrhein-westfälischer Arbeitsminister nach Indien. Schwerpunktthema ist ausbeuterische Kinderarbeit. So will der Minister Hilfsprojekte besuchen, die dafür sorgen, dass Kinder zur Schule gehen können und nicht arbeiten müssen.
Mit Laumann reisen auch Kirchenvertreter. Laumann wirbt dafür, dass Kirchengemeinden ihre Friedhofssatzungen ändern, so dass keine Grabsteine aus Kinderarbeit aufgestellt werden dürfen. "In den indischen Steinbrüchen ist jeder sechste Arbeiter unter 14 Jahre alt und malocht mindestens 28 Stunden pro Woche", klagte Laumann in einem Zeitungsinterview. "Kinder, die bis zu 14 Stunden in einer gefährlichen und gesundheitsbelastenden Umgebung für einen Mini-Lohn arbeiten müssen, haben keine Zukunft."
"Der Verbraucher muss Verantwortung übernehmen", mahnte der Sozialpolitiker. "Das gilt auch für Kleidung, Teppiche, Spielzeug und Pflastersteine."
Kurz vor Weihnachten hat sich der neu gebildete Beirat "kind.gerecht." mit der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion getroffen. CDA'ler und Abgeordnete verabredeten, gemeinsam den Kampf gegen Kinderarbeit in Steinbrüchen fortzusetzen. Vor allem sei auf ein einheitliches, europaweites Siegel hinzuwirken, das dokumentiere, das Steine nicht aus Kinderhand stammten, hieß es. Zudem müssten große Beschaffungsstellen dafür gewonnen werden, "fair einzukaufen" - und kleinere Gemeinden auch.
Der CDA-Bundesvorstand hat einen Beirat zur Kampagne "kind.gerecht." gegen ausbeuterische Kinderarbeit gebildet. Vorsitzender des Beirats ist Hauptgeschäftsführer Martin Kamp. Dem Gremium gehören unter anderem die stellvertretende DGB- und CDA-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock, CDA-Vize Silke Striezel, der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe Peter Weiß und Jeanette Klauza, die die Kampagne wesentlich angestoßen hatte, an. Aufgabe des Beirates ist es, Ideen zu entwickeln und konkrete Projekte im Rahmen der Kampagne vorzubereiten.
Die CDA-Bundestagung hat Ende Juni 2009 einen umfassenden Antrag zur Kinderpolitik beschlossen. Darum geht es um Bildungschancen von Kindern in Deutschland, aber auch um die Situation von Kindern weltweit. "Kinder! Rechte. Chancen. Zukunft." CDA-Hauptgeschäftsführer Martin Kamp hatte in die Antragsberatung eingeführt und war dabei auch auf das Schicksal von Kindersoldaten und minderjährigen Prostituierten eingegangen.
Die Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte jetzt einen "Runden Tisch" zum Thema "Natursteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit" initiiert. Mehr auf der Unterseite zum Thema Grabsteine.